Moo Satay – oder warum ich ziemlich faul bin!

Mai 10 , 2016 by: Florian Uncategorized

Ja ich bin faul, sogar ziemlich faul, um ehrlich zu sein bin ich sogar so faul, dass ich quasi ein ungeschriebenes Gesetzt gebrochen habe! In diesem Fall ist dann praktisch auch ziemlich rebellisch zu sein, Jackpot! Aber wie genau kam es zu diesem Verbrechen? Ich fange ganz von Vorne an:

 

Eines Tages (letzte Woche) hatte ich unglaubliche Lust auf Satay-Spieße mit Erdnussoße, eines der thailändischen Gerichte die wohl am bekanntesten sind. Ich hatte erst kurz überlegt einen Kumpel anzurufen und thailändisch Essen zu gehen, aber a) gibt es meistens nur Satay mit Hähnchen, was ich nicht wirklich verstehe da ich in Thailand meistens nur die (schmackhaftere) Version mit Schwein gefunden habe, und ich b) in noch keinem Restaurant eine Erdnusssoße gefunden habe die ich nicht irgendwie langweilig finde.

Also habe ich mich dann doch für das Selbermachen entschieden und bin auf Rezeptsuche gegangen. Gefunden habe ich dann ein wunderbares Rezept von Pailin Chongchitnant, die einen wunderbaren YouTube-Channel hat und erst kürzlich ihr erst Buch Hot Thai Kitchen* herausgebracht. Beide kann ich nur empfehlen, allerdings ist beides auf Englisch und genau deshalb habe ich mich dafür entschieden das Rezept für euch zu übersetzen und ins metrische System zu konvertieren(So faul bin ich dann vielleicht doch nicht). Zu den Satay-Spießen und der Erdnusssoße gibt es getoastetes Weißbrot und schnell eingelegte Gurken, eine super Kombi! Auch geschmacklich hat es mich recht schnell zurück nach Thailand gebracht!

Als ich das Rezept studierte ist mir allerdings eine Sache aufgefallen, hat sie etwa? Wie konnte sie nur? Ist das erlaubt? Darf sie das? Sie hat, ich kann es kaum schreiben… Sie hat für die Erdnusssoße FERTIGE Currypaste benutzt! Ein Fertigprodukt, das geht doch gar nicht!  Ich habe dann etwas genauer darüber nachgedacht und mich dabei gefragt, ob es denn einen gravierenden Unterschied mache. Auf der einen Seite ist die Currypaste Bestandteil einer Soße und halt nicht Hauptbestandteil eines Currys… Auf der anderen Seite ist es ein FERTIGPRODUKT! (!!!eins11). Da ich mich ja beim ersten Nachkochen eines Rezepts gebetsmühlenartig an dieses halte, hatte ich aber auch gar keinen andere Wahl als Fertigpaste zu benutzen, ich war ja dazu gezwungen! Und da ich, selbstverständlich für rein wissenschaftliche Zwecke, immer Currypasten von jeder erdenklichen Sorte im Vorratsschrank habe konnte ich den Test angehen!

Ich nehme die Spannung mal wieder vorweg (ich weiß, ich bin langweilig): Die Soße war ein Traum, die Currypaste hat super gepasst und eine eigene, nur dafür, anzufertigen wäre viel zu aufwendig gewesen, also seid mutig und greift zu Fertigpasten!

„Aber, aber Fertigprodukte sind doof!“  Ja das sind sie auch meistens! In den meisten Thaicurrypasten sind allerdings keine Zusatzstoffe gefunden, hier habe ich mal eine Mini-FAQ für euch aufgestellt:

 

Q: Sind fertige Currypasten nicht voll mit E-Nummerm?

A: Ausschließen kann ich das natürlich nicht bei allen Marken, aber die auf die ich zurückgreife haben keine. Hier ein Beispiel der Inhaltsstoffe der Paste die ich benutzt habe: Chili, Zitronengras, Knoblauch, Salz, Schalotten, Galgant, Shrimppaste, Limettenschale, Koriandersamen und Gewürze.

Q: Welche Marken kannst du empfehlen?

A: Ich nehme am liebsten „Asian Home Gourmet“ gefolgt von „Lobo“.

Q: Warum halten sich diese Pasten so lange ohne Konservierungsstoffe?

A: Chili und Salz sorgen für eine gute Haltbarkeit.

Q: Wie lange halten sie sich geöffnet, kann ich sie einfrieren?

A: Ich habe noch nie gehört, dass eine fertige Currypaste schlecht geworden ist. Sie kann etwas an Aroma und Geschmack verlieren, immer dran riechen und dem eigenen Instinkt vertrauen. Ich habe allerdings schon Currypaste benutzt die ich seit über einem Jahr im Kühlschrank hatte und alles war gut. Einfrieren kann man sie auch, dann halten sie wahrscheinlich bis 2459 a.d.

Q: Aber sind selbst gemachte Pasten nicht viel leckerer?

A: Natürlich sind sie das und wenn ich ein Thaicurry koche, mache ich meine Pasten auch meistens selber. Ist die Currypaste ein kleinerer Teil eines anderen Rezepts habe ich kein Problem damit fertige zu benutzen. Der Aufwand lohnt  sich hier meiner Meinung nach einfach nicht. Und wenn ich mal ganz wenig Zeit habe, aber unbedingt ein Curry essen will, dann gelingt mir auch mit fertiger Paste ein solides bis gutes Curry.

Q: Kann ich fertige Currypaste wie ich frische verwenden?

A. Jain… Bei frischer Currypaste bestimmt man selber wovon wie viel rein kommt, bei fertiger Paste müsst ihr auf eure Schärfetolleranz achten. Auch differiert der Salzgehalt der einzelnen Pasten sehr stark. Also immer erst probieren bevor ihr Fishsauce oder Salz ins Essen gebt.

 

So jetzt habe ich aber auch genug geschwafelt, jetzt heißt es aufhören mit Faul sein, das Rezept lesen und sich an den Herd stellen! Naja oder im Idealfall das Fleisch einlegen und über Nacht marinieren lassen und sich dann Herd stellen!

 

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Satay Spieße 2

 

Zutaten für 2-4 Personen (bei mir waren es 14 Spieße)

 

Für die Marinade:

 

1 1/2 EL geröstete Koriandersamen

1/2 TL gerösteter Kreuzkümmel

5 weiße Pfefferkörner

1 EL gehacktes Zitronengras

1 TL gehackter Galgant

1/2 TL  Kurkumapulver

1 Prise Zimtpulver

1 Prise gemahlene Nelken

2 TL braunen Zucker

1/2 TL Salz

80 ml Kokosmilch

60 ml Wasser

1/2 TL weißen Essig

 

Für das Fleisch:

 

500 g Schweinefleisch,am besten Kotelett ohne Knochen oder Schnitzelfleisch, etwa 0,5-1 cm dünne Streifen geschnitten und ggf. von großen Fettstücken befreit

Bambusspieße

4 dicke Scheiben Kastenweißbrot, zum Servieren

 

 

 

Für die Erdnusssoße:

 

80 g geröstete Erdnüsse

2 TL gerösteter weißer Sesam

300 ml Kokosmilch

2 EL Rote Currypaste

2 El gehackter Palmzucker

2-3 EL Tamarindensaft (kein Konzentrat)

2 TL Fischsauce

 

Für die schnell eingelegten Gurken:

 

120 ml weißer Essig

100 g Zucker

1 Prise Salz

1/2 Salatgurke, längst geviertelt und Scheiben geschnitten

1/2 Schalotte, in Ringe geschnitten

1 große Rote Chili, in Scheiben geschnitten

 

Zubereitung:

 

Für das Fleisch und die Marinade:

  1. Koriander, Kreuzkümmel und Pfeffer in einem Mörser zu einem feinen Pulver zermalen. Zitronengras und Galgant hinzugeben und zu einer Paste verarbeiten und dann mit dem Rest der Zutaten für die Marinade gut vermischen.
  2. Das Fleisch in die Marinade geben und gut durchmischen, dabei darauf achten, dass wirklich alles bedeckt ist. Am besten über Nacht marinieren lassen, mindestens 2 Stunden.

 

Für die Erdnusssoße:

  1. Die Erdnüsse im Mörser zu grobem Pulver verarbeiten, ein paar größere Stücke sind auch nicht schlimm. Aufpassen, dass ihr nicht zu viel mörsert und aus versehen Erdnussbutter macht!  Genau so mit dem Sesam verfahren.
  2. In einen kleinem Topf auf mittlerer Hitze etwa 50 ml der Kokosmilch erhitzen, bis nur noch die Hälfte da ist. Jetzt die Currypaste einrühren und mittlerer bis schwacher Hitze etwa 2 Minuten, unter ständigem Rühren, anbraten. Sobald der Inhalt des Topfs sehr dickflüssig ist die restliche Kokosmilch, den Zucker, den Tamarindensaft und die Fischsauce hinzugeben, alles zum Kochen bringen und solange köcheln lassen bis es recht dickflüssig ist und dann warm halten.

 

 

Für die schnell eingelegten Gurken:

  1. Essig, Zucker und Salz in einem kleinen Topf mischen und langsam erhitzen, dabei ständig rühren. Nur solange erhitzen bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat, dann sofort vom Herd nehmen und wieder abkühlen lassen.
  2. Gurke, Schalotten und Chili in einer Schale mischen und die kalte Essigmischung darüber geben.

 

Das Fleisch braten und alles fertig machen:

 

  1. Die Fleischstücke gleichmäßig aufspießen und auf einen Teller legen.
  2. Auf einem Grill oder in einer Pfanne bei mittel-hoher Hitze etwa 2 Minuten pro Seite braten, bis das Fleisch durch ist.
  3. Während die Spieße braten das Brot goldbraun Toasten und dann in mundgerechte Stücke schneiden.
  4. Alles auf einer Platte oder einem Teller anrichten und servieren.

 

Okay das sind jetzt ganz schön viele Zutaten und Anweisungen, aber es ist gar nicht so aufwendig wie es sich anhört und es ist die Arbeit wirklich wert. Dazu kommt, dass echt wenig schief gehen kann, wenn ihr also Besuch kriegt und diesen beeindrucken wollt empfehle ich dieses Rezept! Wie findet ihr es?

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